Zum ersten Mal öffnete heute in der Geschichte des Lebendigen Adventskalenders eine Frankenberger Gärtnerei ihre Pforten! Mehr als 80 Gäste kamen zu diesem Ereignis in die festlich geschmückte Gärtnerei, die von vielen hellen Lichtern umsäumt wurde.

Die Besucher erblickten ein Meer an Weihnachtssternen und nicht nur das! Auch selbstgebackene Plätzchen mit einer Prise Goldstaub gab es zu verkosten.

Wie immer beim Kalender standen aber nicht nur leibliche Genüsse im Mittelpunkt, sondern lebendige Geschichten. Und so wurde erinnert, dass der Weihnachtsstern eigentlich symbolisch für den Stern von Bethlehem steht. Die biblische Weihnachtsgeschichte berichtet darüber: Von den Weisen etwa, die wussten, dass der Heiland geboren war, als sie sahen, dass der Stern aufgegangen war.

Nach diesem biblischen Exkurs folgte ein botanischer: „Der Weihnachtsstern gehört zu den Wolfsmilchgewächsen, den Euphorbiaceae“, erklärte man uns fachkundig. „Euphorbia leitet sich her von Euphorbos, einem Leibarzt des Königs Juba II von Mauretanien (etwa 50 v. Chr. bis 23/24 n. Chr.).“

Der Weihnachtsstern, der Euphorbia pulcherrima, heißt übrigens übersetzt: die schönste Wolfsmilch. Und etwas ganz besonderes ist er tatsächlich: er blüht nur zur Weihnachtszeit. In Frankreich heißt er Liebesstern und in den USA Glücksstern. In Mexiko wird er gar zwei Meter hoch und heißt Feuerblume!

Die Azteken glaubten daran, dass sich die tiefroten Hochblätter aus den Blutstropfen des gebrochenen Herzens einer unglücklich verliebten aztekischen Göttin entwickelt hätten.

Die Verbindung der Pflanze mit Weihnachten stammt von einer mexikanischen Legende. Diese erzählt, dass ein armes Mädchen vor der Kirche Samen aussäte, da es dem Jesuskind in der Krippe aus Geldnot nichts schenken konnte. Aus den Samen wuchsen wunderschöne Blumen, eben die Weihnachtssterne. Die Mönche in Mexiko verwendeten später diese ‘Blume der Heiligen Nacht’ für ihre Weihnachtsprozessionen.

Ein paar Pflegetips gab es gratis dazu: „Staunässe verträgt er nicht, und man sollte ihn erst gießen, wenn er trocken ist“. Damit er schön kräftig bleibt, sollte man ihn alle 14 Tage düngen.

Zum Abschluss gab es das Gedicht „Der Stern“ von Wilhelm Busch:

Hätt einer auch fast mehr Verstand,
Als wie die drei Weisen aus Morgenland,
Und ließe sich dünken, er wär wohl nie
Dem Sternlein nachgereist wie sie;
Dennoch, wenn nun das Weihnachtsfest
Seine Lichtlein wonniglich scheinen läßt,
Fällt auch auf sein verständig Gesicht,
Er mag es merken oder nicht,
Ein freundlicher Strahl
Des Wundersternes von dazumal.

Wir danken für dieses kreative Blütenmeer zur Weihnachtszeit und sind heute schon voller Vorfreude auf morgen, wenn Modegen33&Schuhgörtler an der Schlossstraße 8 sich zusammentun, um ein ganz besonderes Türchen zu öffnen.

Text und Fotos: Patrick Müller