Einweihung des Skulpturenpfades

Am Freitag, den 23.08.2019, fand zusammen mit der Einweihung der neuen Tourist Information am Markt die langerwartete Einweihung des Skulpturenpfades statt. Bürgermeister Thomas Firmenich, Frau Saborowski und Marcel Kabisch dankten den zahlreichen Künstlern, die extra dafür angereist waren.

Marcel Kabisch dankt den Künstlern. Foto: P. Müller

Prof. Ulrich Eißner etwa, der die prächtige Heiner-Müller-Skulptur geschaffen hat, die sich am Haus 2 des Martin-Luther-Gymnasiums befindet. Der bedeutendste deutsche Dramatiker nach Brecht war in Frankenberg zur Schule gegangen und hier wurde sein Talent entdeckt und gefördert.

Vor der Heiner-Müller-Skulptur am Martin-Luther-Gymnasium. Foto: P. Müller

Während mit Müller einem bedeutenden Sohn der Stadt ein Denkmal gesetzt wurde, widmet sich der Hamilton-Würfel von Thomas Haufe einem mathematischen Problem. Er befindet sich passenderweise in der Nähe des Gymnasiums im Friedenpark.

Am Hamilton-Würfel. Foto: P. Müller

Für die geladenen Gäste fanden anschließend zwei Führungen von 3 Stunden Länge statt, die den ganzen Pfad einbezogen und dabei fundiert auf die Hintergründe der Skulpturen eingegangen wurde.

Heiner Müller. Foto: P. Müller

Wo die Künstler vor Ort waren, stellten sie ihr Kunstwerk selbst vor und schnell kamen die Besucher mit den Künstlern ins Gespräch. Prof. Eisner lobte sehr, dass in einer Kleinstadt so gute Kunst im öffentlichen Raum ausgestellt wird. Andere Besucher rieben den Messing-Schnabel des Pestdoktors, der im Friedenspark Glück bringen soll.

Die Fassadenkunst See Am Why von Erdmute Prautzsch rief Assoziationen zu den Farben eines entwickelten Films, rot, gelb und blau, ins Gedächtnis und verbindet das altehrwürdige Kino mit dem jungen, aktiven Verein, der es betreibt und u.a. neben analogen Filmvorführungen auf historischen Projektoren auch Break-Dancern eine Bühne bietet.

Hanna Siebenborn erinnerte mit ihrer monumentalen Einkaufstasche an das alte Kaufhaus Schocken, was vor einigen Jahren abgerissen wurde. Die in der Stadtgeschichte erwähnten Mühlen bekommen mit Wasser-Kraft-Mühlen-Technik von Tobias Michael ein Denkmal gesetzt.

Auf die einstige Seestadt Frankenberg und ihre zahlreichen Karpfenteiche macht der gleichnamige überdimensionale, aus kunstvoll bedruckten Fliesen bestehende Lageplan von Matthias Braun auf dem Dammplatz aufmerksam.

Besucher können den Pfad von der Tourist Information aus erkunden und dabei weitere Informationen zu den einzelnen Kunstwerken auf den kupfernen Platten finden. Wer nicht die Kurzfassung lesen, sondern mehr wissen möchte, kann mit einem Smartphone den QR-Code scannen und sich den Text von einem professionellen Schauspieler vorlesen lassen.

Öffentliche Führungen können vereinbart werden beim Ansprechpartner der Stadt, Frau Saborowski oder Marcel Kabisch.

Der Skulpturenpfad ist ein Projekt der Stadt Frankenberg/Sa., welches durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert wird. Zielstellung des Projektes war die Entstehung eines Kunstrundweges, der zum Spazierengehen in die Altstadt Frankenbergs einlädt und damit zur Belebung der Innenstadt durch Kunst und Kultur beiträgt. Diese Kunstwerke sollen an historische Begebenheiten und bedeutende Persönlichkeiten der Stadtgeschichte erinnern.

Die Idee des Skulpturenpfades stammt vom Kunst- und Kulturverein Frankenberg/Sa.

Die Projektsteuerung des Projektes wurde ausgeschrieben und an den ortsansässigen Designer Marcel Kabisch vergeben. Insgesamt bilden 20 Kunstwerke den Skulpturenpfad, wobei bestehende Werke in den Pfad integriert sind. 12 Kunstwerke wurden per Wettbewerb ausgeschrieben. Knapp 50 Künstler/-innen aus vier Ländern haben sich mit insgesamt 107 Arbeiten für die verschiedenen Themen beworben. Eine siebenköpfige Jury aus Künstlern, Stadträten, Landschaftsarchitekten und dem Bürgermeister wählte aus den eingereichten Arbeiten aus. Erkunden Sie die Frankenberger Innenstadt und flanieren Sie durch unsere Stadtgeschichte auf eine andere Art und Weise.

Text und Fotos: P. Müller, Grafiken: Marcel Kabisch


Eine Antwort zu „Einweihung des Skulpturenpfades”.

  1. Als ehemaliges Mitglied des KuK-Vereins und für Frankenberg freue ich mich über die Realisierung des Projektes, über das im Verein lange diskutiert worden ist. Alle Kunstwerke verdienen hohe Anerkennung!
    Die etwas lapidare Bemerkung „Die in der Stadtgeschichte erwähnten Mühlen …“ im Bericht über die Einweihung erinnert mich allerdings daran, dass man die Bedeutung des Altbergbaus auf dem Treppenhauer-Berg in Sachsenburg und das Engagement der damaligen Bergleute innerhalb der Frankenberg-Flur immer noch nicht wirklich zu würdigen weiß. Ohne diesem außergewöhnlichen Phänomen wäre nämlich Frankenberg heute wahrscheinlich nur ein Dorf wie viele andere!
    Mein vergebliches Bemühen war unter anderem, die uralten Bögen im Giebel des Kulturdenkmals Badergasse 4 (siehe http://www.drhdl.de) in den Skulpturen-Pfad in diesem Sinne einzubeziehen, denn sie erinnern nach fast 800 Jahren sogar noch als Hochbaurelikte im Bestand an die Untermühle. Denn welche Kommune Deutschlands kann schon so einen bauarchäologischen Originalschatz der Wasserkraft- und Bergbaukultur vorweisen?

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