Tür 20: Wie der Stahl gehärtet wurde

img_9935Gegenüber des alten Lisema-Gebäudes öffnete heute Abend anlässlich des Lebendigen Adventskalenders die Fa. Andreas Junghans ihr Werkstor. Gleich zu Beginn überraschte man die Zuschauer mit einem eigens für den Kalender gegründeten Betriebschor, der weihnachtliche Weisen zum Besten gab. Sogar drei Männer waren darunter, die „bemerkenswert gute und kräftige Stimmen hatten“, meinte eine begeisterte Zuhörerin.

Dazwischen gab Volkmar Schreer einen Blick in die Geschichte. Firma Junghans habe sich bekanntlich der Verarbeitung von Stahl verschrieben. „Stahl besteht aus Eisen, Kohlenstoff und anderen Elementen. Alles über 2% Kohlenstoff ist Gusseisen“, erklärt er. Vor 3000 Jahren gab es erste Versuche mit dem Werkstoff Eisen. Zunächst stellte man damit Waffen her und danach Werkzeug. Eisen musste dazu aber bearbeitet und bei 1500 Grad geschmolzen werden. „Diese Temperaturen waren mit Holzkohle aber nicht zu erziehlen. Also erwärmte man es so weit es ging und bearbeitete es mit dem Hammer“, erklärt er. Manchmal fiel auch ein Meteor vom Himmel. Die Sumerer nannten die Eisen-Legierungen „Himmelsmetall“, die alten Ägypter „schwarzes Kupfer vom Himmel“. Es war wertvoller als Gold und wurde vor allem für zeremonielle Zwecke verwendet.“

img_9936Kupfer hingegen schmilzt schon bei 1000 Grad und konnte in Brennöfen aus Ton erhitzt werden. Unter Zugabe von Zinn erhielt man Bronze. Mit der Bearbeitung von Metallen sind auch die Köhler entstanden. „Und sie verursachten die erste Umweltkatastrophe: den  Waldschwund in Europa,“ sagt Schreer. Erst im 17. Jahrhundert wurde Holzkohle durch Kohle ersetzt, die wesentlich höhere Temperaturen erlaubte. Zur Verblüffung Aller war das Resultat trotzdem spröde. Schreer erklärt: „Der Schwefel in den Kohlen war schuld. Die Erklärung wurde durch eine Brauerei gefunden. Dort wurde Steinkohle zum Dörren von Malz verwendet, was ein stinkendes Gesöff erzeugte.“ In der Folge bearbeitete man die Kohle solange, bis man Koks erhielt.

img_9937„Der erste Schwibbogen von 1740 war übrigens aus Stahlguss“, verriet er und erklärte: „Die Bogenform kommt von den Schwebebögen zur Ausmauerung des Stollens.“ Anschließend konnte man die saubere und aufgeräumte Werkstatt mit allerlei beeindruckenden, glänzenden und künstlerischen Erzeugnissen besichtigen. Etwa eine schöne und bequeme Bank. „Die würde auch gut in den neugestalteten Friedenspark passen,“ meinten eine Besucherin, die probesaß. Wer weiß?

Wir danken für diesen schönen Abend und laden morgen zum 21. Türchen bei Familie Hanitzsch auf der Winklerstraße 28 ein.

Text & Fotos: Patrick Müller

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s