Tür 21: Zwischen Akt und Nussknacker

IMG_1698Im Atelier Hacker öffnete heute Abend die einundzwanzigste Tür des Lebendigen Adventskalenders. Winfried Hacker zeigte dem vollen Haus mit viel Gastfreundschaft seine neuesten Werke. Lichterglanz und Nussknacker sorgten für viel Weihnachtliche Stimmung. Wie es sich für eine Kunstausstellung gehört, kamen sofort die unterschiedlichsten Menschen ins Gespräch: mit Hilfe der Kunst wurde das Atelier ein bunter Ort der Begegnung. Der Künstler verriet auch etwas über seine derzeitige Inspiration: „Wo viele nur Schandflecke wahrnehmen, sehe ich auch viel Schönes in den abgerissenen Häusern unserer Stadt, das ich festhalten möchte“, sagte Hacker und zeigte seine Aquarelle vom „Hotel zum Roß“ als „Kolosseum“ und schwärmte zugleich für die barocken Bögen am alten Kaufhaus, die durch den Abriss sichtbar wurden. Mit viel Begeisterung widmete er sich den unterschiedlichsten Motiven und Techniken: von Aktmalerei über Segelschiffe auf hoher See bis hin zu Anleihen an die Maler der russischen Peredwischniki. Aber auch ganz abstrakte Gemälde waren zu finden, deren expressive Farbexplosionen die Augen vieler Zuschauer fesselten. Zum Abschluss gab es schon eine Vorschau auf das Neue Jahr, als das amüsante Neujahrsgebet des Pfarrers Hermann Kappen von St. Lamberti zu Münster aus dem Jahr 1883 verlesen wurde:

Herr, setze dem Überfluss Grenzen
 und lasse die Grenzen überflüssig werden. 

Lasse die Leute kein falsches Geld machen 
und auch das Geld keine falschen Leute.

 Nimm den Ehefrauen das letzte Wort 
und erinnere die Männer an ihr erstes.

 Schenke unseren Freunden mehr Wahrheit
 und der Wahrheit mehr Freunde.

 Bessere solche Beamte, Geschäfts- und Arbeitsleute,
 die wohl tätig, aber nicht wohltätig sind.

 Gib den Regierenden ein gutes Deutsch 
und den Deutschen eine gute Regierung. 

Herr sorge dafür, dass wir alle in den Himmel kommen – aber nicht sofort!

Wir bedanken uns für den schönen Einblick in ein weihnachtliches Künstleratelier und laden morgen ins Welt-Theater ein, wenn der Verein engagierter Zelluloidfreunde ebenfalls Advent feiert – mit 24 Bildern pro Sekunde.
Text und Bilder: Patrick Müller

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