Wie passend, dass die heutige Tür des Lebendigen Adventskalenders in den altehrwürdigen Räumen der ehemaligen Sächsischen Teppichmanufaktur öffnete, denn es war eine Reise in die sächsische Vergangenheit. Der Verein „Erlebniswelten Modellbahnzentrum Frankenberg“ verbindet landschaftliche Schönheit und Möglichkeiten des Modellbaus mit sächsischer Eisenbahnromanik. Musikerin Rahel Quellmalz sorgte für die richtige Einstimmung. Umringt von Eisenbahnplatten spielte sie auf der Querflöte Stücke von Telemann, Händel und Weihnachtslieder. Danach begrüßte Wilfried Neumann vom Verein die Gäste und trug eine Weihnachtsgeschichte vor. Darin bekommt ein Kind an Weihnachten seine erste Eisenbahn geschenkt. „Mit richtigem Dampf“, ergänzte er. Für das Kind in der Geschichte wird die Phantasie so mächtig, dass es alles um sich vergisst. Dann las Frau Neumann eine rührende Geschichte über einen kranken Vater vor, dessen Sohn für ihn zum letzten Mal die Modelleisenbahn aufbaut. Modelleisenbahner ist eben mehr als ein Hobby, es begleitet einen ein Leben lang. Dass man dafür ein Auge fürs Detail haben sollte, sah man in unzähligen Szenen auf den Platten in der Ausstellung. In einer Autowerkstatt wurde geschweißt, ein Waldbrand gelöscht, ein Anti-Glyphosat-Plakat hochgehalten, in den Stollen eingefahren, ein Haus abgerissen und ein anderes gebaut. Und immer wieder: Züge aller Façon, die die Nacht der Tunnel durchfahren. Und das ist noch nicht alles: Demnächst will der Verein Teile der Stadt Frankenberg im Miniaturformat nachbilden. Die nächste Besuchsmöglichkeit ist im Februar geplant, während der Ferien. Und der Verein kommt an: Die über 100 Besucher des heutigen Kalendertürchens sprechen für sich: Wir danken herzlich für diesen schönen Abend! Morgen öffnet die Tagespflege „Lindenpark“ auf der Gutenbergstraße 53 das 22. Türchen. Text & Fotos: Patrick Müller



