Zum zweiten Mal seit 2013 öffnete die Stadtbibliothek heute Abend ein Kalendertürchen. Und der „Leuchtturm des Wissens“ erschien im Gegensatz zu damals in neuem Gewand, seit nunmehr sechs Jahren modern im heutigen bunten „Stadthaus“ beheimatet, dem früheren „Hotel zum Roß“. Leiterin Lohmann hatte recherchiert und erzählte uns heute von der Geschichte des Adventskalenders. „Den ersten dokumentierten Adventskalender schuf der evangelische Theologe Johann Hinrich Wichern 1839 für die Kinder eines Kinderheims, um die Wartezeit bis zur Weihnacht überschaubarer zu machen“, so Lohmann. „Er stellte pro Tag eine Kerze auf ein Wagenrad, für jeden Adventssonntag eine dickere. So schuf er zugleich zwei Traditionen: die des Adventskranzes (der heute nur noch die Adventssonntage zählt) und die des Adventskalenders, der alle Tage bis Weihnachten zählt.“ Es folgten literarische Texte von Hoffmann von Fallersleben, Loriot und Christian Morgenstern. „Mit so vielen Besuchern hatten wir nicht gerechnet,“ zeigte sich Frau Lohmann erfreut über die zahlreichen Kalenderbesucher. Deshalb hatte Frau Bayer im Obergeschoss auch für die Kleinen etwas Besonderes vorbereitet. Ein Kamishibai, ein japanisches Erzähltheater. Es besteht aus einem hölzernen Rahmen für Bilder, und dazu wurde passend eine Weihnachtsgeschichte vorgelesen. Wir danken der sehr einladenden Stadtbibliothek für den schönen Abend und laden morgen in die Stadtgalerie ein, die das 19. Türchen öffnet.
Text: P. Müller, Foto: S. Saborowkski
