Heute waren wir erneut im Haus der Vereine zu Gast, aber anders als gestern geleitete uns die Laterne vom Nebeneingang in die oberen Räume des ehemaligen Bahnhofsgebäudes. In der Begegnungsstätte erzählte uns Gerlinde Wagner, wer die namensgebende Eva Becker gewesen ist. „Sie hat 1993 den Verein gegründet, damals hieß er noch Frauenbegegnungsstätte“. Die Gründung spiegelte die turbulenten Verhältnisse nach der Wende wider. „Frankenberg hatte in der DDR noch eine starke Textilindustrie, deren vorwiegend weibliche Arbeiterinnen nach deren Zusammenbruch oft arbeitslos geworden sind.“ Im Verein fanden Sie Hilfe und Orientierung bei praktischen Belangen und ein reiches, identitätsstiftendes Betätigungsfeld im Ehrenamt. Und auch heute noch ist ganz aktuell viel los: „Heute war z.B. Stricken dran, am Dienstag haben wir Bingo gespielt und dieses Jahr sind wir auch gemeinsam zur Kürbisausstellung gewandert“, so Wagner. Aber auch mit anderen Vereinen arbeitet man zusammen und hilft sich. Einmal im Monat ist hier auch ein Mieterverein zu Gast, der Hilfe bei Rechtsauskünften, Rentenanträgen und Wohngeld anbietet. Als die Kreativwerkstatt renoviert wurde, haben die Sportlerinnen und Sportler des TSV Dittersbach dabei geholfen, die schweren Schränke aufzubauen. Als Dank dafür hat die Begegnungsstätte die Wimpelketten genäht. Aus Wolle-Spenden konnten Mützen und Schals für das Kinderdorf in Zwickau genäht werden und man betätigt sich sogar an der Strickaktion beim MDR. Auf dem Tisch mit den vielen Kalenderbesuchern stand heute ein großes Rentier namens Rudolph. Gestrickt? „Nein, gehäkelt!“ erklärte man uns schmunzelnd. Die Damen und Herren der Begegnungsstätte kennen sich jedenfalls aus. Wir sagen herzlichen Dank für die interessanten Einblicke und laden morgen zum 18. Türchen in die Stadtbibliothek ein.
Text & Foto: Patrick Müller.
