Tür 13: Teppich Witzschel

Jetzt schlägt’s 13. Mehr als 60 Türchengänger fanden sich heute Abend bei Teppich-Witzschel zum Kalendertürchen ein.

Das Teppich- und Gardinenhaus setzt am Ende dieses Jahres den Schlusspunkt unter eine Firmengeschichte, die am 1. Juli 1909 hier in Frankenberg begann. Drei Handwerker, Franz Michael Bernards als Webermeister, Heinrich Schmidt als Färbermeister und der Dessinateur (Musterzeichner) Ferdinand Wenschuh, gründeten per Handschlag mit dem Wohlwollen des Bürgermeisters und privaten Darlehen einiger Stadträte mit Visionen die Teppichmanufaktur gleichen Namens.

Die Firmengeschichte mit ihren Höhen und Tiefen ist ein Spiegel der Gesellschaft geworden. Am Anfang Aufschwung und produktive Jahre in Frieden, dann Abschwung in Kriesenzeit und nach zwei Weltkriegen, dann wieder Neubeginn mit Elan bis zur erzwungenen Umwandlung in Volkseigentum, abgehandelt innerhalb von vier Stunden.

Nach der Wiedervereinigung dagegen dauerte die Rückübertragung der Teppichmanufaktur Frankenberg in den Privatbesitz allerdings zwei lange Jahre. 

Der Firmensenior, Eberhardt Witzschel, schilderte nicht ohne Emotion diese Zeit und stand am Ende für alle Interessierten mit seiner enormen Fachkenntnis Rede und Antwort zu den vielen Referenzen, die in großeformatigen Fotos von der exzellenten Kunst der Teppichweberei zeugten, darunter waren Kirchenräume, Schlösser und repräsentative Gebäude bis hin zur Ausschmückung einer barroken Kalesche. 

Tochter Margret übernahm 2006 die Firma für viele erfolgreiche Jahre als Teppich- und Gardinenhaus und schlägt nun das Kapitel endgültig zu. Die 13 hat es manchmal in sich. 

Vielen Dank für diesen denkwürdigen Abend. Morgen Abend öffnet das TSZ Mittelsachsen, im Bürgerhaus in Dittersbach, das 14. Türchen.

Text & Fotos: Dietmar Weickert