Buchhinweis: „Bergstadtlegenden von Frankenberg und Freiberg“

In loser Folge präsentieren wir neue Publikationen zu Frankenberg/Sachsen. Diesmal hat unser ehemaliges Mitglied, Herr Dr. habil. Hans-Dieter Langer, ein neues Buch geschrieben, auf das wir an dieser Stelle hinweisen möchten.

Zum Buchinhalt: Das Buch beleuchtet die frühesten Kulturspuren einer 800jährigen Geschichte der Städte Frankenberg und Freiberg. Aufgrund des urkundlichen Datenmangels hat der Physiker von den Historikern die legendäre Betrachtungsweise der deutschen Ostbesiedlung gelernt. In diesem Sinne entfaltet sich vor allem die Gründungsphase der sächsischen Kleinstadt Frankenberg, und dies mit niedersächsischen und schlesischen Bezügen. Den Ausgangspunkt bilden der Baubestand und die Fundsituation des Kulturdenkmals Badergasse 4, wonach sich ein mittelalterlicher Verhüttungsplatz und ein ursprünglicher Bergstadtstatus von Frankenberg abzeichnen, zu dessen Territorium das Bergwerk Bliberg gehörte. Eine zentrale Rolle spielt dabei der mysteriöse Freiberger Ratsherr Cuneko de civitate Saxonum. (Text: Dr. habil. Hans-Dieter Langer)

  • Das Buch ist gedruckt (80,99€) oder als E-Book (19,99€) bei Books on Demand erhältlich. 412 Seiten.

Zum Autor:

Dr. habil. Hans-Dieter Langer wurde am 13. März 1941 in Schlesien geboren, studierte Physik an der TU Dresden, promovierte an der damaligen TH Ilmenau und habilitierte sich an der Technischen Universität Chemnitz, wo er auch als Hochschuldozent tätig war. Der Autor betreibt noch heute eine private Forschung. Im Rahmen dieser Tätigkeit realisierte er touristische Projekte und eröffnete unter anderem am 15. Januar 1999 die unterirdischen Gewölbegänge im Kaßberg zu Chemnitz. Sein Forschungsgebiet bezeichnet er als Siedlungsphysik. Er hat seine Ergebnisse zu bemerkenswerten Natur- und Siedlungsphänomenen bereits in zahlreichen Zeitschriftenbeiträgen, Vorträgen, Ausstellungen und im Internet (www.drhdl.de, www.hussinetz.de) publiziert. Seine Bücher und seine unterhaltsamen Dokumentarfilme unterstreichen sein besonderes Interesse an historischen, archäologischen und bauarchäologischen Themen, wobei er sich vor allem auf die Heimat Schlesien und die Chemnitzer Region konzentriert (z.B. Projekt „Haus Ellen und Neutronengarten zu Niederwiesa“).

2 Antworten zu „Buchhinweis: „Bergstadtlegenden von Frankenberg und Freiberg“”.

  1. „Das Buch beleuchtet die frühesten Kulturspuren einer 800jährigen Geschichte der Städte Frankenberg und Freiberg. Aufgrund des urkundlichen Datenmangels hat der Physiker von den Historikern die legendäre Betrachtungsweise der deutschen Ostbesiedlung gelernt. In diesem Sinne entfaltet sich vor allem die Gründungsphase der sächsischen Kleinstadt Frankenberg, und dies mit niedersächsischen und schlesischen Bezügen.
    Den Ausgangspunkt bilden der Baubestand und die Fundsituation des Kulturdenkmals Badergasse 4, wonach sich ein mittelalterlicher Verhüttungsplatz und ein ursprünglicher Bergstadtstatus von Frankenberg abzeichnen, zu dessen Territorium das Bergwerk Bliberg gehörte. Eine zentrale Rolle spielt dabei der mysteriöse Freiberger Ratsherr Cuneko de civitate Saxonum.“

    Zu dieser Ankündigung ist zu sagen:
    Das Gebäude Badergasse stellt sich als ein Handwerkshaus dar, in dem Funde gemacht wurden, die neben anderen Gewerken auf den Betrieb einer Schmiede, einer Gelbgießerei oder auch einer Flaschnerei schließen lassen. Dort einen Verhüttungsplatz sehen zu wollen, ist völlig abwegig.
    Ab dem 2. Viertel des 13. Jahrhunderts entstand die bergmännische Siedlung Bleiberg auf dem Treppenhauer, bei der die Verhüttung der geförderten Erze unmittelbar neben den Grubenbetrieben stattfand. Diese Siedlung war um 1350 bereits wieder verlassen. (Schwabenicky, Wolfgang, … war einst eine reiche Bergstadt. Veröffentlichung der Kreisarbeitsstelle für Bodendenkmalpflege Mittweida, Mittweida 1991.)
    Die Stadt Frankenberg war niemals eine Bergstadt im klassischen Sinn, sondern betrieb ab dem Jahr 1708 als „Kommunbergort“ mit Hilfe von steuerlichen Vergünstigungen einen Stolln, in dem keinerlei Funde gemacht wurden. Eine Verhüttung war demnach nicht erforderlich. Ein Bergstadtstatus wurde der Stadt Frankenberg niemals verliehen, bzw. wurde niemals von ihr erworben. (Jeromin, Reinhard, „Bergstadt Frankenberg“ und Der Frankenberger Grubenbetrieb „Neuer Segen Gottes Erbstolln“ von 1708-1739, in: Frankenberg … 2017.)
    Aus dem Lehnsverzeichnis Markgraf Friedrichs des Strengen aus dem Jahr 1349 geht hervor, dass Theodericus Kuneke gemeinsam mit seinen Brüdern einträglich belehnt worden war. In der Stadt Frankenberg besaßen sie über 8 Talente (4800 Mark) Einkünfte bezüglich der Mühlen, ebenso dort auch das Patronatsrecht an der Kirche, das Allodium, Wiese, Wald, Fischzucht und einen Lehnsmann, ebenso in Sachsenburg vor der Burg ein Allodium und eine Mühle. Das Leben Kunekes ist nicht mysteriös, sondern im Gegenteil gut dokumentiert. (Codex diplomaticus Saxoniae regiae Band XII, Urkundenbuch der Stadt Freiberg, Nr. 94, S. 71f. und Hingst, …, Die Kunecken zu Freiberg, in: Mitteilungen des Freiberger Altertumsvereins Heft 16 Freiberg 1879.)

    Der promovierte Physiker beklagt den urkundlichen Datenmangel. Für das Dorf und die sich im 13. Jahrhundert herausbildende Stadt Frankenberg trifft das zu. Um so erfreulicher die Information am Haus Badergasse 4, nach der gesicherte Angaben aus der Zeit um 1300 vorliegen sollen. Um Überlassung der Quellenangabe wird gebeten.
    Ein Promovierter unterliegt bei seiner wissenschaftlichen Arbeit einem ähnlichen Kodex, wie ein Mediziner. Die Veröffentlichung von wissenschaftlich erbrachten Ergebnissen sollte nach bestem Wissen und Gewissen erfolgen. All das trifft bei dieser Herausgabe nicht zu.

  2. Sehr geehrter Herr Dr. Langer,
    ich kann nachvollziehen, dass ein Haus einen packt und mitreißen kann. Plotzlich befindet man sich in einer geschichtliche Zeitreise, umgeben von Funden und Indizien. Ich muss Ihnen sagen, dass ich wegen Ihnen angefangen habe, mich mit der Geschichte Frankenbergs zu beschäftigen. Ich war damals bei Ihrer Mühlenpräsentation, Badergasse 4, im Gymnasium Haus 2 dabei. Ich konnte, einfach nicht glauben, dass in einem Reihenhaus, fernab vom Mühlgraben eine Mühle gestanden haben sollte. Damit begann meine Forschung auch mit der Badergasse 4. Auch Herr Dr. Jeromin hat sich an dem Thema versucht. Aber immerhin haben drei Personen an dem Thema gearbeitet. Allein diese Tatsache macht die Badergasse 4 zum Kulturgut. Allerdings hat in diesem Gebäude nie eine Mühle gestanden. Die Niedere Mühle ist an einer anderen Stelle von 1500-1728 eindeutig nachzuweisen. Erst nach 1728 wurde das Maschinenhaus vollständig abgerissen und das Grundstück wieder neu bebaut. Die Zeittafel an dem Haus Badergasse 4 trifft mit nicht einer einzigen Zeile auf die Geschichte des Hauses zu. Selbst der Fleischhauermeister Ernst Göbel hat nicht in der Badergasse 4 gewohnt, sondern nebenan. Dennoch freue ich mich auf Ihr Buch. Es wird mit Sicherheit wieder neue Aspekte beinhalten, die der Geschichte von Frankenberg neuen Stoff geben. Es ist bemerkenswert so eine lebendige Geschichtsforschung in unserem Ort zu haben.

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