Tochter Zion, freue dich! erklang durch den Sachsenburger Posaunenchor, als der Seidel-Hof heute den Lebendigen Adventskalender 2019 eröffnete. Und auch die ca. 100 Gäste freuten sich sichtlich, dass nach einem Jahr Pause das beliebte Gemeinschaftsprojekt wieder beginnt. Denn Adventszeit ist zugleicht Kalenderzeit. Eine Zeit der Vorfreude, die hier mit etwas Kunst- und Kultur verkürzt wird.

Festlich geschmückt präsentierte sich deshalb der Hof von seiner besten Seite. Das zahlreiche Grün war mit Lichtern illuminiert, die Scheune liebevoll geschmückt. Eine große Pyramide mit Tieren drehte sich und brachte Kinderaugen zum Leuchten. Eine große Feuerschale spendete Wärme. 

Dann reihten sich alle Gäste um Gerhard Seidel, der ein selbstverfasstes Weihnachtsgedicht zum Besten gab. In dem augenzwinkernden Text ging es um einen Tarifvertrag im Himmel und als Folge der Automatisierung die Auslieferung der Geschenke per Drohne. Ein herrliches Vergnügen! Am Ende des Artikels haben wir es für Sie zum Nachlesen veröffentlicht.

Danach erklang Hört der Engel helle Lieder, als der Posaunenchor wieder spielte, eine von vielen schönen Weisen des Abends. Diese Live-Musik war so schön, dass ein Zuschauer sagte: „Erstaunlich, was hier mit vier Leuten für einen Klang erzielt wird.“

Es wurde noch viel vorgelesen, unter anderen eine Geschichte um einen Vater, der sich eine besonders raffinierte Methode ausgedacht hatte, um herauszufinden, welcher seiner beiden Söhne den Weihnachtskalender vorzeitig ausgegessen hat.

Wir danken Familie Seidel für diese einzigartige Eröffnung und weisen schon heute auf morgen hin, wenn Falk-Uwe Langer in der Badergasse 4 seine Pforte öffnet.

Text und Fotos: Patrick Müller

Weihnachts-Warnstreik!

Im Advent die Kerzen schimmern,
LEDs in den Fenstern flimmern,
Da sammelt sich wie jedes Jahr
Der Weihnachtsmänner brave Schar.
Doch hört: Nichts von Beschaulichkeit,
Das klingt vielmehr nach Ärger, Streit!

„Warum soll’n wir mit diesen Sachen
Uns vor der Welt zum Affen machen?
Der Marsch ist weit, die Last ist schwer –
Ein neuer Tarifvertrag muss her!
Der Himmel soll für uns mehr blechen,
Auch für die Engel woll’n wir sprechen!

„Drum stellen wir den Dienst jetzt ein,
Und streiken bis nach Neujahr rein!“
Der Nikolaus in höchster Not –
Als Bischof hat er Streikverbot –
Fährt hoch zum Himmel, macht Bericht.
Doch milde lächelnd, Christkind spricht:

„Wenn die nicht wollen, geht’s auch ohne:
Verteilt die Geschenke mit der Drohne!“
Drum Leute, hört ihr’s draußen schwirren,
Lasst euch dadurch nicht verwirren,
Öffnet eure Fenster weit –

Die Drohne kommt, s’ist Weihnachtszeit.

(C) Gerhard Seidel. Veröffentlicht auf dieser Seite mit freundlicher Genehmigung des Autors.